12.03.2021
Hallo Thorsten,
auch betreffend er 40 - 60 % gibt es verschiedene Angaben. Bei Kekule hörte ich eine Einschätzung von 30 - 40 %. Wie auch immer, weshalb es sinnvoll ist durch die Impfung eine Herdenimmunität vieler Populationen der Bevölkerung zu erreichen, dass zeigt sich aktuell in Israel. Bei einer Impfquote von ca. 50 % die insbesonders auf die Menschen ab 60 Jahen ausgelegt ist ergeben sich zunächst einmal wesentlich weniger Risikopatienten auf den Intensivstationen. Israel öffnet die Gesellschaft, folglich steigen die Inzidenzen in allen Schichten sprunghaft an. Kinder durchseuchen sich gegenseitig in der Schule, kommen dann zurück in die Familien und es haut nicht wenige Eltern um. Es ist nicht so, dass deswegen die Krankenhäuser zusammenbrechen, jedoch merken die das in der täglichen Praxis schon. Auch eine nicht unwesentliche Anzahl an Kindern wird medizinisch behandelt. (Podcast vom "Klassenfeind" Drosden)
Es geht nicht nur allein um die Verletzbarkeit von Risikogruppen, es geht vor allem darum dass die Inzidenzen in D auch mit den Maßnahmen steigend sind und eine vermehrte Öffnung zusätzlich zu hohen Anstiegen der Inzidenzen führt, das im Zusammenhang mit einem zeitlichen Verlauf. Da in D im Vergleich zu anderen Ländern keine bedeutende Grundimmunität durch durchgemachte Infektionen vorliegt, kann man D auch nicht mit GB oder USA vergleichen. In diesen Ländern gibt es in manchen Gegenden eine natürliche Immuität der Bevölkerung von ca. bis 30 %. Daher brauchen diese Länder auch prozenutal gesehen weniger Impfungen, um diese Herdenimmunität zu erreichen.
Übrigens gibt es eine tendenzielle Entwarnung betreffend der Todesraten bei der B.1.1.7 Variante. Aus GB kommen stets kleinere Studien, die erst bei gesamter Betrachtung Aussagen zulassen. Diese zuvor angegebene höhere Sterblichkeit um den Faktor 1,6 hat auch damit etwas zu tun, dass die entsprechenden Studien aus Zeiten um Weihnachten 2020 kommen. Die Krankenhäuser waren überfüllt, so dass viele Patienten nicht gut versorgt werden konnten. Alle Arbeitsgruppen, die diese Variante im Labor mit anderen Virenstämmen vergleichen, stehen betreffend der höheren Sterblichkeit vor einem Rätsel. Wobei nach ersten Einschätzungen schon von einer etwas höheren Sterblickeit ausgegangen werden kann, jedoch nicht um den Faktor 1.6.
Allein die sich jetzt wiederholende Situation in den Pariser Krankenhäusern - die Kliniken sind voll, Patienten müssen in andere Einrichtungen verlegt werden - zeigt, dass eine ausreichende Immuintät der Bevölkerung ohne Überlastungen des Gesundheitssystems und ohne Impfungen in einem angemessenen Zeitraum nicht zu erreichen ist. (Siehe auch aktuelle Situation in Tschechien, Polen, Hot-Spots in Österreich, Italien, Spanien, D: Inzidenzen in Sachsen und Thüringen, etc. ...)
LG Claudia