29.04.2021
Lieber Robert,
"da es einfach keinen Sinn macht, mit Menschen wie Dir bei solchen Sätzen weiter zu diskutieren."
Da würde mich jetzt aber mal interessieren, wer oder was diese "Menschen wie dir [/mir]" sind und was sie (deiner Meinung nach) ausmacht.
"Ok, Ihr wollt 0 Corona-Tote pro Tag."
Natürlich wollen(!) wir das. Wir wollen auch 0 Krebstote, 0 Diabetiker, 0 Verkehrstote, 0 Rechtsextremisten, 0 Terrorismus, 0 AKW, 0 Klimawandel 0 Umweltverschmutzung, u.v.m..
Das sind alles idealisierte Ziele, wobei jedem klar ist, dass die 0 (Null) selber nicht (dauerhaft) zu ereichen ist. Das sollte aber keine Ausrede sein, nicht zu versuchen, zumindest in diese Richtung zu wirken. Nichts anderes machst du doch mit deinen Büchern auch. Denn auch dir dürfte klar sein, dass du nie alle erreichen und von deinen (oft richtigen Ideal)Vorstellungen überzeugen wirst.
"Gute Nacht wenn die Politik so entscheidet."
Ich wüßte jetzt nicht, wo die Politik eine Zero-Covid Strategie auch nur im Ansatz ernsthaft verfolgt; nicht mal andeutungsweise.
"Und dann so ein vollkommen dämlicher Satz "Wo willst Du so schnell das qualifizierte Personal...blablabla." Es war über ein Jahr Zeit,"
Über ein Jahr? Du meinst also, man hätte bereits am 09.03.2020 (erster gemeldeter Corona-Todesfall in Deutschland) mit einer massiven Aufrüstung der Intensivstationskapazitäteten beginnen sollen? Auf welcher Grundlage? Hast du eine Ahnung, wie umfangreich die Ausbildung für Intensivmediziner und entsprechende Pflegekräfte ist? Das erste Maximum mit Corona-Intensivpatieneten wurde am 18.04.2020 erreicht (knapp 2900 Betroffene, aktuell >5000) und ist dann wieder deutlich zurück gegangen. Hätte man da die große Intensiv-Aufrüstungs-Kampagne starten sollen? Richtig los ging es doch erst Anfang August. Aber seitdem arbeiten die bertoffenen Intensivstationen nahezu am Anschlag. Es ist zu leicht und zu billig jetzt im Nachhinein mit Vorschlägen wie "hätte man ja die Intensivstationen aufrüsten sollen" zu kommen. Sicherheitseinrichtungen im PKW/Straßenverkehr? Achwas, laßt uns einfach ein paar mehr Krankenhäuser bauen. Gestorben wir eh jeden Tag.
Sorry, da fällt mit nichts mehr zu ein. Anstatt die Brunnen zu sichern, willst du weiter Kinder hineinfallen lassen und lieber die Rettungskräfte aufrüsten? Probleme geht man nach Möglichkeit / sinnvollerweise an den Ursachen an; meine unbedeutende Meinung.
"Hier müsste man ggf. über eine sinnvolle Umstrukturierung von KH nachdenken."
Da gehe ich mit. Hier ist sicher einiges Potential für Verbesserungen. Und auch die Privatisierungen im Gesundheitswesen sollte man durchaus hinterfragen; auch wenn das einen leicht sozialistischen Beigeschmack haben mag (muss ja nichts Schlechtes sein).
"Dank der verfehlten Ernährungsvorgaben geht das auch perfekt."
Gehe ich auch zum größten Teil mit. Daher schätze ich auch aktive Zeitgenossen wie dich, die hier ihren Beitrag zur Verbesserung leisten wollen; nur dem teilweise innewohnendem Absolutismusanspruch kann ich nicht viel abgewinnen.
"Ihr wollt die Null bei "Corona-Toten" sehen."
Hat zwar keiner geschrieben, aber ja, das wäre die idealisierte Wunschvorstellung. In der Praxis dann darauf beschränkt, das Mögliche zu erreichen; und wenn es nur kleine Schritte sind.
"Das ist absolut lächerlich und weltfremd!"
Nicht lächerlicher oder Weltfremder, als die Welt durch entsprechende Gesundheits- und Ernährungsratgeber besser und gesünder machen zu wollen.
"und ja, ich glaube, dass es einen großen Effekt hat, wenn man den Menschen offen und ehrlich erklärt, [wie sie sich in Pandemiezeiten zu verhalten haben]. Dass dann nicht alle mitspielen, ist klar. Aber ich denke schon, dass eine Mehrheit mitzieht und das hätte einen gigantischen Effekt..."
Gehe ich ebenfalls mit (mit und ohne meine kleine Änderung deiner Aussage). Dass die offizielle Kommunikation und Handlungsweise oft genug nicht konsistent und konsequent war und ist habe ich auch selber schon mehrfach hier zum Ausdruck gebracht.
"Du kannst nicht alle Einschränkungen der Grundrechte weiter damit rechtfertigen, weil bundesweit noch 200-300 Menschen täglich ggf. an Corona sterben, wo nunmal jeden Tag 2550 Menschen sterben."
Doch. Genaugenommen gibt es diesbezüglich sogar die rechtliche Verpflichtung der Regierung hier aktiv zu werden. Und, wie schon mehrfach erwähnt, es geht nicht nur um Tote; und diese Totenzahlen sind ja schon aufgrund von Anti-Coronmaßnahmen so, wie sie sind. Wir lagen in der Spitze auch schon bei ~1000Toten/d. Wäre das dann für dich eine akzeptable Grenze für einschränkende Gegenmaßnahmen? Genaugenommen kritisierst du hier Maßnehmen für ihre Wirksamkeit, bzw. weil die Maßnahmen wirksam sind und die Todeszahlen am Durchgehen hindern, willst die Maßnahmen als angeblich nicht notwendig einstellen. Ein unzulässiger Kreisschluss rückwärts.
"Und inzwischen ist es extrem auffällig, wie immer und immer wieder Panik geschoben wird. Das wird uns allen noch vor die Füße fallen...bin ich sicher."
Sehe ich genauso, allerdings mit Blick auf Corona-Leugner und -Bagatellisierer und Corona-Impfgegner.
"Deine Kinder dürfen diese Suppe auslöffeln, und die ist extrem gesalzen."
Die Suppe dürfen wir alle, die das "Glück" eines späten Todes haben, auslöffeln; nicht nur die Kinder. Der Schaden ist bereits angerichtet; und ich meine nicht den wirtschaftlichen. Aber wer weiß. Vielleicht erwächst ja auch etwas Neues, Stärkeres. Um bei der Salz-Analogie zu bleiben: "The Salt-Fix".
Man muß sich schon manchmal fragen, was das für Menschen sind, die permanent Angst haben und Angst schüren; auf beiden Seiten.
Vielmehr sollte man sich auf die Chancen konzentrieren. Impfungen sind z.B. so eine Chance. Die Chance Normalität und Leben zurück zu bekommen; wenn genügend mitmachen und nicht permanent die Impf-Angst Trommel geschlagen wird.
Du hattest mich mal nach meinen Vorstellungen für Maßnahmen gefragt:
* Impfpriorisierung sofort aufheben
* nicht mehr Test-Zentren, sondern mehr Impf-Zentren (Betriebsärzte, Krankenhäuser, Flughäfen, Apotheken, ...)
* Impfstoff, der vorhanden ist auch jetzt verimpfen und nicht für den zweiten "Schuss" aufheben
* Impfen, wo man gerade ist. Wer beruflich unterwegs ist, soll sich auch am Zielort impfen lassen können.
* Impfen und Testen vereinfachen. Keine verbindlichen Terminreservierungen mehr, bei ausreichend Impf- und Testkapazität
* Keine Sonderregelungen / Erleichterungen für Geimpfte, solange nicht mindestens 60% durchgeimpft sind. (60% sind willkürlich gewählt und stehen der Diskussion offen)
* Individualsport im Freien uneingeschränkt freigeben
* Bis ein ausreichend niedriges Inzidenzniveau erreicht ist, bzw. eine ausreichend hohe Impfquote, keine (touristischen) Fernreisen.
* Mobile Impfteams für sog. soziale Brennpunkte (Wohnblöcke, Wohnsilos)
* Einzelhandel / Geschäfte mit entsprechenden Hygienekonzepten für Geimpfte und Negativ-Getestete öffnen (ohne Voranmeldung, begrenzte Personenzahl / m²)
* Autofreies Wochenende ("Leute, geht raus, die Straßen gehören euch". Laufen, Inlinern, Radfahren. "Verteilt euch!")
LG
Thorsten