28.04.2021
Hallo Robert,
jeder darf seine Meinung und Sichtweise haben.
Meine ist allerdings ein wenig anders, als deine.
"dass eben auch extrem gefährliche Gruppierungen bei den Demos mitlaufen. Wahrscheinlich einfach um Randale zu machen."
Ist sicher richtig, greift meines Erachtens aber zu kurz. Das Problem sind nicht die offensichtlichen Berufs-Chaoten/Hooligans.
Das Problem sind die Wölfe im Schafspelz, die, die im vermeintlich bürgerlichen Gewandt daher kommen und mit unschuldiger Mine fragen "Ich bin nicht rechts(radikal), aber das wird doch wohl noch sagen dürfen". Die, die für sich Meinungsfreiheit reklamieren, aber bitte ohne die Meinungsfreiheit von Kritikern am eignen Standpunkt.
Natürlich kann und darf jeder seine Meinung äußern. Er sollte aber nicht davon ausgehen, dass das kritik- und in jedem Fall auch folgenlos bleiben wird, bleiben muss.
Gerne auch mal hier querlesen:
https://anonleaks.net/2021/optinfoil/diebasis-unendliche-weiten/
Nicht alles 1:1 glauben, aber mal das Eine oder andere selber nachrecherchieren und sich (s)eine Meinung bilden, wie demokratisch und verfassungstreu einige Protagonisten wirklich sind.
"Beispiel: Wird etwas dadurch falsch, dass Trump einem zustimmt? Darf man das dann nicht mehr sagen?"
Doch, natürlich darf man das. Aber man sollte sich vielleicht überlegen, ob man Trump als Quelle angeben will, oder sich nicht vielleicht trotz partiell gleicher Sichtweise grundsätzlich von ihm distanzieren will.
Und Oft genug mangelt es ja schon an diesem Distantzierungswillen.
"man darf nicht immer mit den Corona-Toten kommen...was inzwischen auch geradezu lächerlich ist. 300 an einem Tag? Whow...es sterben nunmal jeden Tag 2550."
Echt jetzt? Vermeidbare Todesfälle sind hinzunehmen, wenn sie in einem vermeintlichen "Grundrauschen" untergehen? Dann braucht man sich ja auch um die paar wenigen Sinusvenenthrombosen erst recht keine Gedanken machen. 3000 Verkehrstote im Jahr? Lächerlich, an irgendwas muss ja gestorben werden und das entspricht ja gerade mal 30h normale Sterberate. Was man da alles Einsparen könnte, wenn wir nicht sinnlos Sicherheitsgurte und Pyrotechnik (Airbags) spazieren fahren würden. Noch dazu, wo es doch eh nur ein paar wenige Verkehrsunfähige trifft (Alte, Schwache, Lahme,...). Und von den Gefahren von Sicherheitsgurten ganz zu schweigen. Es soll ja sogar schon mal zu Rippenbrüchen gekommen sein, die sich dann in Herz oder Lunge gebohrt haben; tödlich.
"Durch Cororna sterben Menschen"
Durch Corona sterben nicht nur Menschen. Wie Albrecht uns so eloquent nahegebracht hat, könnten wir durch das Virus(!) auch mutieren (für manche vielleicht sogar eher Chance statt Risiko). Dann die vielfältigen weiteren Effekte und Auswirkungen: Long-Covid, CFS, PIM, etc.. Irrelevant? Oder irre relevant?
"dann müsste man eine Menge mehr verbieten: Rauchen, Alkohol, Autos, Flüge,Zucker, HFCS, Fertigessen, Spritzmittel,"
Bei einigen Punkten würde ich sogar mitgehen. Gesunder Menschenverstand ist hier ja scheinbar nicht ausreichend.
"Ich bin gespannt wie lange es dauert, bis erkannt wird, dass man als Gesellschaft mit Corona leben muss."
Die Frage ist weniger "ob", sondern "wie". Will ich das Thema aussitzen / ignorieren und frei durchlaufen lassen, oder will ich Gegenmaßnahmen anbieten und Menschenleben und Gesundheit schützen? Z.B. durch Impfungen und Pandemieeindämmung.
Apropos Pandemie, allzuoft wird anscheinend gerne übersehen, dass wir es hier mit einer weltweiten Pandemie und nicht mit einer nationalen Begenbenheit zu tun haben. Was dürfte es wohl international für Deutschland und Deutsche bedeuten, wenn wir keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Pandemie unternehmen?
Ob Ungeimpfte aus einem Pandemie-Hochrisiko-Land in anderen (Urlaubs)Ländern willkommen sein werden? Ich fürchte, dass sich mehr Menschen bereitwillig für einen Thailand-Trip impfen lassen, als für einen Theater- oder Konzertbesuch in heimischen Gefilden.
Übrigens trifft es derzeit nicht mehr nur hauptsächlich Alte und Vorerkrankte. Die Ü70 sind relativ weit durchgeimpft und immer seltener in Krankenhäusern und Intensivstationen anzutreffen. Dagegen hat der Anteil und die Anzahl(!) der Ü50 auf den Intensivstationen deutlich zugenommen. Hier ist es also zu einer spürbaren Verschiebung der betroffenen Altersgruppen gekommen.
Spannenderweise steigt die Zahl der "normal" hospitalisierten Covid-19 Patienten nicht in dem Maße, wie die Zahl der Intensivpatienten. Schlussfolgerung: Weniger hospitalisierungsbedürftige Fälle insgesamt, aber ein steigender Anteil an intensivmedizinisch zu betreuenden Patienten, die noch dazu schneller von der Normal-Station auf die Intensivstation wechseln müssen (schnellerer, schwererer Verlauf).
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/arzt-interviews/lungenarzt-ueber-schwere-corona-verlaeufe-unter-juengeren-patienten-17308852.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
LG
Thorsten
PS: Wer sich nicht impfen lassen will, muss ja auch nicht. Man kann sich ja auch auf "natürlche" Art und Weise immunisieren. Wenn ich mich nicht irre, ist ein entsprechender Antikörpernachweis einem Impfnachweis gleichgestellt.