Die Verbreitung erwiesen unwahrer Behauptungen (Corona-Ausschuss und Co.) kann nicht zur Meinungsbildung beitragen und ist als solche nicht durch Meinungsfreiheit gedeckt.
Eine vermeintliche Meinungsfreiheit die auf Verschwörungstheorien fundiert hat keinen Anspruch auf Duldung, insbesondere dann nicht, wenn sie anderen Menschen schadet – asymptomatische Infektionsketten bestehen angeblich entgegen eindeutiger international anerkannter Studienlage nicht, Sars-CoVid 2 ist in der Gefährlichkeit angeblich einer Grippe vergleichbar, Masken würden angeblich mehr schaden als nutzen, (*1) … - und das Demokratieverständnis untergräbt.
Ein für streitende Parteien annehmbares Demokratieverständnis kann nur auf Fakten beruhen, es ist legitim diese Auslegung der Fakten als Interpretation anzusehen. Verschwörungstheorien sind alles andere als Wahrheiten oder Fakten, vielmehr werden diese verdreht und ad absurdum gebracht. Demokratie lebt u. a. von Kompromissfähigkeit, jedoch wird dies auch durch die kompromisslose Haltung der Verschwörungstheoretiker unmöglich. Eine demokratisch begründete Abgrenzung gegenüber der sog. Querdenkerbewegung ist notwendig, auch wenn sie von den sog. Querdenkern als unbegründete Zurückweisung angesehen wird. Die Interpretation hierüber wird dann in der Form verarbeitet, als dass diese begründete Zurückweisung als Agitation eines faschistischen Systems interpretiert wird – und von den Obergurus der Szene auch so interpretiert werden soll. (Aussagen von Füllmich, Ballweg, u. a. / Nur als ein Beispiel unter vielen, siehe YT: Georg Restle interviewt Michael Ballweg von Querdenken – Monitor / ÖR-Sendung mit freier und unzensierter Rede von Ballweg / Vermischung mit der rechtsradikalen Szene ohne Abgrenzung zu dieser seitens Ballweg.)
Das Modellprojekt in Tübingen ist eine Synthese: These: Das Virus ist gefährlich. Antithese: Eine zu einseitige Politik zerstört die Wirtschaft und das Soziale. Synthese: Man geht auf die Gefährlichkeit des Virus ein, schützt somit die Menschen und auch die Wirtschaft kann überleben. Es handelt sich also um einen Kompromiss, der zwei Seiten gerecht wird, jedoch nicht einseitig zuungunsten einer Seite. Mit Querdenkern wäre ein solches Unternehmen nicht möglich. Auch ein erfolgreicher Kommunalpolitiker wie Claus Ruhe Madsen (Madsen bei Lanz: Bekämpfen wir die Menschen oder das Virus? / YT) tut wirklich etwas sowohl für die Menschen als auch für die Wirtschaft und setzt sich von den Querdenkern und deren Verschwörungstheorien deutlich und sichtbar ab. Leider gibt es da insgesamt recht wenige Beispiele, jedoch zeigen diese auf, dass die Bewegung der Querdenker angesichts demokratischen und sinnvollen Lösungen kontraproduktiv und nutzlos ist. Bei den allerersten Demonstrationen in Stuttgart waren auch Gewerkschaften und Leute aus der Industrie und dem Handwerk anwesend, jedoch haben sich diese Gruppen im Verlauf deutlich und entschieden von der Querdenkerbewegung distanziert und folglich an Demonstrationen aus guten und nachvollziehbaren nicht mehr teilgenommen.
(*!) Von der Szene werden immer wieder Studien zitiert, die im Diskurs der Wissenschaftler aufgrund ihrer populistischen Auslegung und falscher Interpretation von Tatsachen / der Verdrehung von Tatsachen nicht anerkannt sind. Manche Studien z. B. von Ioammidis waren ein Mittel zum Zweck um die Politik eines Donald Trumps politisch zu rechtfertigen.