Lieber Carlos,
"Es tritt genau das ein was ein Laie mit gesundem Menschenverstand geahnt hat."
Das Problem ist, dass der "gesunde Menschenverstand" von Laien oft genug nichtkonform mit der Realität geht. Oftmals kann man hier eine eklatante Fehleinschätzung von Riske und Gefahren beobachten. Besonders, wenn es um Einschätzungen für allgemeine und persönliche Gefahren und Risken geht.
"Die Impfung (zumindest mit Astrazeneca ) scheint für etliche Menschen gefährlicher oder unangenehmer als die Krankheit zu sein."
Ich fürchte, dass ist nur eine verzerrte, subjektive Wahrnehmung. Wir reden immer noch von wenigen 10 schweren (Thrombose)Fällen bei >2,5Mio geimpften. Im Vergleich dazu >76.000 Coronatote bei >2,8Mio Infizierten; von "Long-Covid" Patienten ganz zu schweigen.
Aber ja, für den konkret Betroffenen kann(!) sich die persönliche Risikolage möglicherweise(!) auch andersherum darstellen. Allerdings kenne ich keine diesbezügliche Unresuchung oder Zahlen. Vielleicht haben auch die Impf-Thrombose-Risiko-Patienten ja auch ein höheres Risko für eine schweren Coronaverlauf (inkl. Thormbosen)?
"Hierbei geht es ja nicht nur um die tödlichen Auswirkungen. Es gibt ja fast keinen, der die Impfung ohne Probleme übersteht."
Ja, es gibt sehr viele Impfreaktionen. Aber nur dieWenigsten sind unerwartete und unerwünschte (schwere) Nebenwirkungen. Das Groß (Rötung, Schwellung, Schmerzen, Fieber, Müdigkeit) sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und seine Arbeit aufnimmt. Leider hört man in diesem Zusammenhang i.d.R. nie, wie lange diese Impfreaktionen anhalten und für Beeinträchtigungen sorgen.
"Dagegen haben wohl über 80 % keine Symptome bei Corona."
Diese Zahl steht auf sehr wackeligen Beinen. Ab wann nehmen Betroffene eine körperliche Reaktion als Symptom einer Infektion wahr? Ab wann ordnen sie es einer Corona-Infektion zu? Sind sie vielleicht einfach nur präsymptomatisch, anstatt asymptomatisch?
"Wenn etwas nicht sicher ist, sollte man eben keine Menschen impfen, die nicht zur Risikogruppe gehören."
Ist die Erkrankung sicher? Wir haben ja keine Impfpflicht. Es kann sich also jeder selber entscheiden, ob er/sie sich impfen lassen möchte. Jeder kann selber entscheiden, ob er lieber das 1:100.000 Risiko einer schweren Impfkompliation eingehen will oder lieber das 1:50 Risiko eines schweren Covid-19 Verlaufs.
"Das Ganze scheint doch ein Experiment an Menschen zu sein."
Wäre Nichtimpfen kein Experiment am Menschen? Im Grunde ist jede Therapie ein Experiment am Menschen. Jede Therapie kann unerwünschte Effekte / Nebenwirkungen mit sich bringen; und wenn auch nur in Einzelfällen.
Das Kernthema in solchen Situationen ist immer(!) eine Risikoabwägung und Gefährdungsanalyse. Ist der Nutzen sehr viel größer als die Gefahren, bzw. Nichtstun? In dieser Betrachtung schneidet auch der Impstoff von AstraZenca immer noch sehr gut ab; allen Turbulenzen und Verunsicherungen zum Trotz.
Übrigens, man schaue sich nur mal das Nebenwirkungsprofil von Aspirin oder Ibuprofen an. Das werfen sich Mio. Menschen freiwillig regelmäßig ein und finden das Risiko offenbar ganz akzeptabel; oder machen sich einfach keine Gedanken darüber. Wie auch immer, im Vergleich mit Diversen Impfstoffen erscheint der laienhafte, gesunde Menschenverstand hier nicht als idealer Ratgeber.
"Hieß es vor einigen Tagen nicht, das Astrazeneca nur bei jüngeren Menschen angewendet werden soll."
Die gesamte Kommunikation rund um den AstraZeneca Impfstoff ist in der Tat ein echtes Debakel und hoch peinlich (egal,od Politik, Wissenschaft, Hersteller). Man sollte annehmen, dass da entsprechende PR Spezialisten mit im Boot sind, um deratige Kommunikationspannen zu vermeiden.
Spannend, dass man sich jetzt so dermaßen auf den AstrZeneca Impfstoff einschießt. Den Impfstoff mit der bekannteren Impftechnologie (vergleichen mit mRNA Impfstoffen). Von Mutationen der Geimpften ist aber trotzdem nach wie vor nichts bekannt. Und es ist auch nur ein Impfstoff aus einer ganzen Reihe. Es gibt ja noch Alternativen.
"Jetzt ist es laut Charlie Lauterbach ( der Experte für einfach alles )"
Mit wäre ein Lauterbach lieber, als ein Spahn...
LG
Thorsten