Forum: Ernährung - Studie der Universität Bonn: Haferkur senkt Blutzucker und Blutfettwerte
Hej
"Zu niedrige Eiweißwerte können die Teilungsrate der Stammzellen für rote Blutkörperchen auch senken. Und somit die Erythrozyten-Lebensdauer (und folglich die "Verzuckerungszeit") verlängern."
Interessante Aussage! Eiweißmangel reduziert die Neubildung roter Blutkörperchen, verlängert aber wissenschaftlich nicht nachweisbar deren Lebendauer.
"Solange sie in den Protein-Netzen der Milz nicht zu lange verweilen und nicht steckenbleiben, werden sie von den Milz-Lymphozyten nicht abgebaut."
Tatsächlich werden alte, verbrauchte Erythrocyten nicht durch Lympocyten sondern Makrophagen in der roten Pulpa der Milz abgebaut.
Hallo zusammen,
@ Thomas V. (27.02.2026): Danke für das Heraussuchen der vielen Möglichkeiten für ein verlängertes Erythrozytenleben.
@ Ole (27.02.2026): Du hast Recht; es ist anzunehmen, daß bei Prof. Winkler in Lüneburg so grundlegende Werte wie Folsäure und Vitamin B12 gemessen wurden. Und daß die Werte zum Meßzeitpunkt ok waren. Nun kennen wir nicht das Datum der BodyCell-Analyse. Vielleicht haben sich die Werte in den letzten 3-4 Monaten durch Änderungen der Ernährung oder des Lebensstils erniedrigt?
Zu niedrige Eiweißwerte können die Teilungsrate der Stammzellen für rote Blutkörperchen auch senken. Und somit die Erythrozyten-Lebensdauer (und folglich die "Verzuckerungszeit") verlängern.
@ alle: Mir sind noch 2 weitere mögliche Ursachen für eine verlängerte Erythrozyten-Lebensdauer eingefallen, und die haben nichts mit einem Mangel zu tun, sondern mit dem genauen Gegenteil.
Bei einer guten Omega-3-Fettsäuren-Versorgung (und genügend Antioxidantien) ist der Omega-3-Index der roten Blutkörperchen hoch. Dann haben diese eine flexible Hülle und können sich leicht verformen, wodurch sie schnell und unbeschadet durch Engstellen wie die feinsten Kapillaren kommen. Auch können die flexiblen roten Blutkörperchen sich schnell durch die aufgespannten Protein-Netze in der Milz durchpumpen lassen und durchwuseln. Solange sie in den Protein-Netzen der Milz nicht zu lange verweilen und nicht steckenbleiben, werden sie von den Milz-Lymphozyten nicht abgebaut. (Diese Protein-Netze in der Milz dienen der "Qualitätskontrolle" der Blutzellen.) Also ist ein höheres Alter der Erythrozyten möglich.
Bei einer guten Gesundheit der Blutgefäße (d.h. glatt wie Teflon, ohne Rillen, ohne Risse, ohne Fettplaques, ohne Schaumzellen, ohne Kalkplaques, ohne Thromben und bei guter Gesundheit der Endothelzellen = starker negativer Oberflächenladung) werden die ebenfalls gesunden und auf ihrer Außenseite kräftig negativ geladenen Erythrozyten elektrostatisch von den Wänden der Blutgefäße und von anderen roten Blutkörperchen abgestoßen, so daß sie sich praktisch nicht berühren und daher kaum eine mechanische Belastung vorhanden ist. Unter diesen günstigen Umständen können Erythrozyten deutlich älter werden als bei rauhen Gefäßwänden oder ständigen Kollisionen mit zu schwach negativ geladenen oder gar ungeladenen anderen Blutzellen.
Vor dem Hintergrund der vielen Ursachen, welche die Lebensdauer der Erythrozyten erhöhen können, erscheint ein leicht erhöhter HbA1c-Wert plausibel und gar nicht mehr furchterregend.
Hej
ich zitiere mal Elli vom 17.2.
"Ich habe jetzt schon zum zweiten Mal die sog. BodyCell-Analyse bei Prof. Winkler in Lüneburg gemacht. Da werden ja immerhin so ca. 200 Werte gemessen und von ihm bewertet. Auch hier kam im Prinzip dasselbe heraus wie 2020 bei Dr. Strunz. Alles ok bis auf Eiweiß,"
Kaum zu glauben, dass Vitmin B12 und Folsäure nicht gemessen wurden.....
Mikrobiologie, dein Hinweis auf Folsäure ist goldrichtig! Habe gegoogelt, was die Erythrozyten länger im Blut hält:
Verminderter Abbaum in der Milz- operative Entfernung der Milz, funktionelle Asplenie.
Die Eisenmangelanämie.
Vitamin B12 Und Folsäuremangel(!)
Bei chronischer Niereninsuffiezienz, aplastischer Anämie
Thema Low Carb hier gibt es keine klaren klinischen Belege, der Effekt ist wahrscheinlich eher klein. Mögliche Wirkungsweisen durch LC:
Weniger Zucker im Blut, dadurch verzuckern die roten Blutkörperchen weniger. Dadurch weniger oxidativer Stress und werden dadurch ...eventuell...etwas später von der Milz aussortiert. Wie gesagt, klinischen Belege gibt es nicht, was nicht bedeuten muss, dass es nicht sein kann.
Hallo Elli,
in den bisherigen Kommentaren wurden 2 mögliche Gründe für eine erhöhte Lebensdauer der Erythrozyten genannt:
a) daß durch die Low-Carb-Ernährung die roten Blutkörperchen länger überleben könnten und
b) daß ein Eisenmangel die Bildungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen bremsen könnte.
Mir ist noch eine dritte, häufige Ursache für eine verminderte Neubildung von Erythrozyten eingefallen:
c) Folsäuremangel. Denn Folsäure wird zwingend für DNA- und RNA-Synthese und Zellteilungen benötigt. Wenn die Stammzellen der roten Blutkörperchen zu wenig Folsäure haben, können sie sich nur langsamer teilen. Das ist auch der Grund, warum z.B. Patienten mit CLL (chronischer lymphatischer Leukämie), bei denen die Zahl der roten Blutkörperchen zu niedrig ist, Folsäure bekommen: damit sich die Stammzellen für die roten Blutkörperchen schneller teilen können.
Also vielleicht mal den Folsäurespiegel (neben dem Eisenspiegel) messen lassen?
Hej Roger,
"Leider wird es durch die Untersuchung nicht besser und die Therapie ist schwierig."
Stimmt leider!
Ein Kollege von mir litt lange unter genau solchen Beschwerden und erhielt lediglich die Diagnose "unklare Missempfindungen". Das war psychisch sehr belastend für ihn. Erst als schließlich die Small - Fiber - Neuropathie festgestellt wurde, fühlte er sich spürbar erleichtert, weil er endlich eine Erklärung für seine Symptome hatte.
Hallo Ole,
hier kann ich nur zustimmen: siehe auch https://fluorchinolone-forum.de/viewtopic.php?t=2014 . Leider wird es durch die Untersuchung nicht besser und die Therapie ist schwierig. Viele Grüße!
Roger
Hej Elli,
"Beschwerden hab ich die oben genannten. Mir brennen, pochen, kribbeln die Füße, oft die Waden bis zu den Knien. Trotzdem bin ich fit, kann joggen und wandern, wenn auch auf tauben Füßen. Ist im Gebirge manchmal schon herausfordernd."
Wurde bei dir schon einmal eine Small Fiber Neuropathie in Betracht gezogen? Dabei sind die kleinen Nervenfasern betroffen, wöhrend die großen Fasern meist normal funktionieren, Deshalb sind Muskelkraft und Nervenleitgeschwindigkeit häufig unauffällig, obwohl Symptome wie Brennen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl bestehen,
Typischerweise beginnen die Beschwerden symmetrisch an den Füßen und können aufsteigen.
Da die Standard-Nervenleitmessung vor allem große Nervenfasern prüft, bleibt der Befund bei der Small Fiber Neuropathie oft unauffällig.
Hallo,
ich möchte einmal kurz die Fragen beantworten, die mir hier gestellt wurden:
LowCarb mache ich schon ziemlich lange, vielleicht unbewusst bereits seit meiner Jungend. Denn Kuchen und Süßes mochte ich noch nie. Ich habe so in meinen 30ern auch festgestellt, dass es mir besser geht, wenn ich Dinge wie Kartoffeln und Nudeln auch weglasse. Dafür hab ich dann mehr Brot gegessen. Als es dann mit den polyneuropathieähnlichen Empfindungsstörungen losging, hab ich auch das weggelassen und angefangen, mit Ernährung zu experimentieren. Richtig LowCarb etwa seit 2020. Da war ich auch bei Dr. Strunz. Keto hab ich mal ein halbes Jahr richtig durchgezogen. Es hat funktioniert, aber an den Beschwerden nichts geändert. Jetzt esse ich nicht ganz durchgängig LowCarb. Vor allem stärkereiche Gemüse und auch Hülsenfrüchte stehen durchaus mal auf dem Plan.
Weil bei PN ja immer Diabetes als Ursache im Verdacht steht: das wurde jetzt hundertfach untersucht und ausgeschlossen.
@Uli: Natürlich spricht nichts gegen Deine Erklärung, dass die Lebendauer der Erythrozyten vielleicht eine Rolle spielt. Ich hab sowas auch schon gelesen. Auch im Zusammenhang mit niedrigem Eisenspiegel. Da soll es wohl auch dazu kommen, dass die Erythrozyten einfach länger leben.
Beschwerden hab ich die oben genannten. Mir brennen, pochen, kribbeln die Füße, oft die Waden bis zu den Knien. Trotzdem bin ich fit, kann joggen und wandern, wenn auch auf tauben Füßen. Ist im Gebirge manchmal schon herausfordernd.
Hab ich Anst vor dem HBA1c-Wert? Nein! Da Diabetes ja hundert Mal, auch mit allen möglichen anderen Werten ausgeschlossen wurde, stört mich eigentlich nur, dass es Ärzte gibt, die den Wert mit noch mehr LC senken wollen. Was eben einfach nicht gelingt.
Klar, ich könnte jetzt einfach mal den Versuch machen und das mit der Haferkur mal probieren. Rein interessehalber, was sich tut.
Ämm ja, Ole...so wird es sein.