08.09.2019
Hallo Robert,
ich danke Dir für Dein „Friedensangebot“, aber ich befasse mich seit fast 50 Jahren mit gesunder Ernährung. Da mir Biologie und Chemie in der Schule sehr gut gefiel, wollte ich eigentlich Ernährungswissensschaften studieren, was damals nur in München und Gießen ging. Mit 18 Jahren wollte ich aber noch nicht so weit weg von zu Hause, nur Berlin mit weiter Entfernung wäre infrage gekommen, da dort meine 3 älteren Geschwister studierten.
Ich habe mich dann weiter mit Büchern über Ernährung befasst bis ich keine Lust mehr hatte, da es einfach zu viele Widersprüche gab. Die einzige Konsequenz, die ich dann zog, da hier doch die meiste Übereinstimmung bestand: Kein Zucker, kein Weißmehl. Ließ sich bei Einladungen oder als meine Kinder nicht mehr ganz klein waren, allerdings nicht immer durchhalten. Nachdem ich aus Höflichkeit bei Einladungen bis vor ein paar Jahren Kuchen aß, mir der aber oft viel zu süß war, sage ich inzwischen eben, dass ich nichts mit Zucker esse. Etwas Ungesundes und auch nicht Schmeckendes, das geht nicht für mich. Zumindest muss es schmecken.
Fleisch habe ich nur gelegentlich gemacht als meine Kinder klein waren, eine gute Quelle hatte ich allerdings nicht. Die vielen Gammelfleischskandale haben mich auch nicht animiert, Fleisch zu essen. Eisenmangel hatte ich nie, auch nicht in den Schwangerschaften, da ich die gleichzeitige Aufnahme von z.B. Tee oder Kaffee mit Eisenhaltigem vermieden und grundsätzlich mit Vitamin-C-haltigem kombiniert habe.
Seit ein paar Jahren kennen wir 2 Bauernhöfe, auf denen die Tiere artgerecht gehalten werden, so dass wir ab und zu Fleisch essen. Der eine Hof mit Gastwirtschaft hat schottische Hochlandrinder, die ganzjährig auf der Weide leben, der andere hat Angusrinder, die 9 Monate im Freien und die restliche Zeit im Freilaufstall leben und nur mit Heu und Silage vom Hof ernährt werden. Die Kälbchen werden nicht von der Mutter getrennt und die Milch ist nur für das Kalb, so wie es von der Natur vorgesehen ist. Wenn ich diese Kälbchen beim Trinken an der Mutter sehe, muss ich immer fast weinen und weiß dann gar nicht ob mehr vor Glück, dass es diesen Kälbchen und Kühen so gut geht oder mehr vor Trauer, dass in den weitaus häufigsten Fällen die Kälbchen den nach ihnen schreienden Müttern entrissen werden und die für sie bestimmte Milch für einen Spottpreis verkauft und von Menschen konsumiert wird.
Ideal wäre es, wenn alle Tiere artgerecht leben dürften und alle Menschen solches Fleisch essen könnten. Das kann aber nicht funktionieren so lange im Durchschnitt 60kg Fleisch gegessen werden, das sind 164g pro Tag, und so lange es billig sein muss und so lange die EU so viel subventioniert, dass es zum Spottpreis verkauft werden kann.