09.09.2019
"Später, wenn es um die einzelnen Lebensmittel geht, wird das Protein hingegen wieder gelobt. Bzw. generell könnte man zeitweise den Eindruck gewinnen: vegane Aminosäuren = gut, (meist tierisches) Protein = schlecht. Am besten man isst Hanf mit gelben Erbsen und Reis, einige Zeit nach dem Training, nicht direkt danach und nur eine ganz kleine Menge vorher, natürlich entweder nicht erhitzt (roher Reis?!?) oder nur blitzerhitzt. Ganz schön kompliziert."
Ja. Dabei sollte man sich mal fragen, was eine Ernährung taugt, bzw. wie praktikabel sie wirklich (in der breiten Masse) ist, wenn man dafür schon bald ein Studium braucht, um es richtig timen, koordinieren, komponieren und abstimmen zu können.
Unser Paläo-Steini hat gegessen, was da war. Regional, saisonal, zyklisch. Nicht " ich muss heute noch Mammut erlegen und essen, weil ich gestern Moos und Flechte hatte. Aber nicht zusammen mit Honig, dann schlafe ich so schlecht und habe morgen keine Energie für die Suche nach Kleinsäugern oder Vögeln. Und auch nicht ab 2h vor Sonnenuntergang."
"Wenn der Körper aus Kalorien Energie gewinnt, warum springen wir dann nach einem fettigen Sauerbraten mit Klößen nicht energiegeladen in der Gegend rum?"
Warum? Ganz einfach. Bloße (Nahrungs)Energiezufuhr hat erst mal nicht mit Energiebereitstellung auf zellulärer Ebene zu tun. Die zugeführte Nahrungsenergie muss erst mal aufbereitet und verarbeitet werden. Nenn sich Verdauung. Und warum sollte der Körper nach einem üppigen Mahl energiegeladen herumspringen? Er ist doch bestens über einen längeren Zeitraum versorgt. Carnivoren können es sich schlicht leisten, nach einem Mahl zu relaxen (siehe Löwen). Die müssen nicht permanent fluchtbereit unter Strom stehen, wie Herbivoren ("Opfer" / "Futter"); vor allem, wenn sie eher am oberen Ende der Nahrungskette residieren.
Dieses "energiegeladen Rumspringen", wie es z.B. Kinder bei einem Suggar-high haben, ist doch nur eine Schutzreaktion, um auf zellularer Ebene zu schnell anflutende Energiemengen zu kompensieren / wieder loszuwerden. Ansonsten müsste der Köreper sie einlagern (Fettpölsterchen).
"Im Kopf überlege ich seitdem, welches Essen mich fit macht und welches eher hungrig und faul."
Mal ist Zeit für das Eine, mal ist Zeit für das Andere. Zyklen!!
Ich esse nicht gezielt, um dauernd energiegeladen um die Lampe zu kreisen. Ich esse stochastisch zyklisch. Aber wenn ich weiß, dass ich zum Zeitpunkt "X" ein erhöhtes Aktivitätslevel haben werde/haben will, dann esse ich son, dass ich dann nicht gerade im Fresskoma liege.
"Oder brat ich mir doch ein Stück Fleisch?"
War 'ne rethorische Frage, oder? 
LG,
Thorsten