10.09.2024
Hallo Thorsten St.,
"..Long Covid» sollte unter gewissen Umständen als Impfschaden betrachtet werden.."
Völlig richtig ! Das Bayerische Ärzteblatt führt dazu u.a. auf:
"Typisch ist, dass die Beschwerden mit mehreren Wochen Latenz nach der Impfung ihren Höhepunkt erreichen und jahrelang persistieren [4, 5]. Das Krankheitsbild ist, ähnlich wie LC, mit einer Vielzahl an Symptomen verbunden, bei denen häufig Fatigue, kardiovaskuläre und neurologische Symptome im Vordergrund stehen [5, 30]. Oft führen körperliche oder geistige Beanspruchung zur Beschwerdezunahme, der sogenannten Post-Exertional-Malaise [5]. Phasenweise bestehen zudem Gelenk-, Glieder- und Kopfschmerzen [30]. Eine diagnostische Schwierigkeit liegt darin, dass vielerlei weitere unspezifische Symptome auftreten können, weswegen eine ausführliche Differenzialdiagnostik wichtig erscheint. Die beim PVS oft vorhandene chronische Fatigue tritt nicht nach banalen Infekten auf [6, 7]. Sie kann daher, gerade in Kombination mit den oben genannten Beschwerden, als Leitsymptom dienen.
Angelehnt an die LC-Definition von der Weltgesundheitsorganisation bietet sich für die klinische Praxis an, von einem PVS auszugehen, wenn innerhalb von drei Monaten nach einer COVID-19-Impfung Beschwerden auftreten, die mindestens zwei Monate andauern und nicht anders erklärt werden können [8].
Auffällig ist indes, dass per 1. Mai 2024 in der Nebenwirkungsdatenbank der European Medicines Agency (EMA) europaweit 424.177 Fälle von Fatigue nach Impfung verzeichnet sind [10]. Bei mehr als zwei Dritteln davon (68 Prozent) ist keine vollständige Erholung dokumentiert. Daneben finden sich auch 339.903 Fälle von Muskelschmerzen. Die öffentlichen Daten lassen keine Analyse von Dauer oder Symptomclustern zu, weswegen tiefergehende Studien geboten sind. Alleine in der Marburger Post-Vac-Ambulanz waren 2023 über 7.000 PVS-Patienten auf der Warteliste und an anderen Zentren dürften es ähnlich hohe Zahlen sein [11]. Daher schätzen die Autoren die Fallzahl auf mindestens 10.000 alleine in Deutschland.
Theorien zur Pathogenese des PVS nach COVID-19-Impfungen
» Entzündung des Gefäßendothels (Endotheliitis) [1, 4, 3 ,17 *]
» Störungen ACE-abhängiger vaskulärer und metabolischer Regelkreise [1, 3]
» Persistenz von Spike-Proteinen in Geweben bzw. Immunzellen [4, 24, 21 *]
» Störung im Metabolismus der Mitochondrien [27 *]
» Gerinnungsstörungen und Thrombozytenaktivierung [4, 25 *, 17 *]
» Bildung G-Protein-gekoppelter Auto-Antikörper (GPCR-AAK) [4, 26]
» Reaktivierung (unbekannter/bekannter) Keime (EBV, HSV, etc.) [4]
» Neuroinflammation [29 *] und Störung des Vagusnervs [28 *]
» Störung des Komplementsystems [25 *]
...
Versorgungssituation
Solange diese Strukturen jedoch noch im Aufbau sind, ist eine effiziente Versorgung selten und die Patienten mit der Koordination meist auf sich alleine gestellt. Gerade für Schwerstkranke ist dies kaum zu bewerkstelligen. PVS-Patienten sind meist körperlich, kognitiv und sozial erheblich eingeschränkt, viele dauerhaft berufsunfähig [5]. Mit hohem Leidensdruck und großer Krankheitskomplexität stellen sie die Behandler vor Herausforderungen. Wegen der Unkenntnis über das Krankheitsbild werden weiterhin viele Patienten von ihren Behandlern psychiatrisiert und damit zusätzlich belastet.
https://www.bayerisches-aerzteblatt.de//inhalte/details/news/detail/News/post-vac-syndrom-langfristig-krank-nach-covid-19-impfung.html
LG, Albrecht ( 10.09.2024 )