Forum: Gesundheit - Total verzweifelt: Plaques in Halsschlagader – was tun?
Korrektur: jetzt kommen unsere Experten und führen die geringere Lebenserwartung auf das niedrigere Cholesterin zurück ...
Richtig! Aber jetzt kommen unsere "Experten" und führenndie geringere L Lebenserwartung auf das höhere Cholesterin zurück...den kognitiven Klimmzug muss man erstmal hinbekommen!
Carlos, gegen Stärke als Kohlenhydrat hat niemand etwas, außer der LowCarbJüngern. Das moniert auch ChrisMichalk regelmäßig. Aber so ist es mit Ideologien, sitzt man einer auf, ist man für reflektierende Argumente nicht mehr zugänglich.
Hallo Uli,
ich hatte dich gar nicht im Visier (was die Studien betrifft). Es gibt halt Autoren, die keine entsprechende medizinische Ausbildung und kaum Erfahrung mit Patienten haben. Das sind die Studienerklärer. Der Doc, John McDougall und Co sind einfach geniale Autoren, die wirklich etwas zu sagen haben. Sie sind bestens ausgebildet, können das Wissen anwenden, verstehen die Zusammenhänge und kommen aus der Praxis. Die Genialität wird dann vervollständigt durch die Fähigkeit Wissen vermitteln zu können. Die Positionen könnten fast nicht weiter auseinanderliegen, aber die Idee von Thomas die Ansätze zu kombinieren, ist eine Möglichkeit. Alternativ wird die High-Carb Variante sicher einigen entgegen kommen. Und es geht eben doch mit Kartoffeln und Co, die dann sättigen ohne entsprechende Kilos und schlechtem Gewissen. Es sind auf jeden Fall gute Gedanken ( auch von John McDougall ), die man individuell umsetzen kann oder nicht. Jeder Jeck ist anders , hat andere Bedürfnisse, andere Befindlichkeiten, usw. Für mich ist es erfrischend anders als selektive Studienerklärernews, die aber auch für bestimmte Personen ihre Berechtigung haben.
Thomas, die Öle vermindern das Cholesterin und niedriges Cholesterin (durch die Öle) führt dann zu früheren Tod. Das sind wir wieder bei niedriges Cholesterin = geringere Lebenserwartung. :-)
Das Wort Zeitenwende wird auch etwas inflationär verwendet. Das hat doch der Bundeskanzler Olaf Scholz geprägt, wobei die Waffen vermutlich selbst jetzt immer noch nicht bestellt wurden -oder nur vereinzelt.
Hallo Roger,
tuberkulinische Konstitution - oh - das muss ich mal lesen, wenn ich Zeit habe und nicht, wie jetzt, ein paar Minuten im vorweihnachtlichen Bürostress abknapse. ;) Ansonsten war mein Aminogramm vor acht Jahren ziemlich gut, während das Gesamteiweiß zu niedrig war. Strunz sagte damals: Sie essen genug Eiweiß und meinte vielleicht könnte Zink helfen. Scheint nicht so - das Gesamteiweiß bleibt stabil niedrig.
Thomas, dass diese Öle schädlich sind und Transfette womöglich noch mehr, war damals eben noch nicht bekannt. Immerhin hat man der Kontrollgruppe das gesättigte tierische Fett nicht verboten. Und leider werden diese Öle auch heute noch von vielen für gesund oder zumindest harmlos gehalten und vielfach auch noch empfohlen.
Carlos, gerne wiederhole ich noch mal, dass mich einzelne Studien höchstens periphär interessieren. Und John (John??? noch viel mehr ein Sammelbegriff als Thomas oder Ulrike ;)), also John McDougall möchte ich Weston Price gegenüberstellen, dessen Werk sich auf Daten aus der ganzen Welt stützt, und aus einer Zeit stammt, als es noch weitgehend ursprünglich lebende Menschengruppen gab. Der Zahnarzt Price hat in den 1930er Jahren indigene Völker besucht, hat ihre Zähne untersucht und fotografiert und ihre Nahrung auf Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Er hat festgestellt, dass die gesund erhaltende Nahrung der ursprünglich lebenden Volksgruppen 4 mal mehr wasserlösliche und 10 mal mehr fettlösliche Vitamine enthält als die Nahrung der US-Amerikaner. Das war vor 1940. Wenn man bedenkt, dass sich Nahrungsqualität seither gewiss nicht verbessert hat, dann kann man eigentlich kaum daran zweifeln, dass bei "normaler" heutiger Ernährung Mangel herrschen muss. Was der Doc ja auch regelmäßig feststellt. Und vielmehr, wenn man nährstoffreiche tierische Lebensmittel zugunsten nährstoffarmer, stärkereicher Pflanzenteile (weitgehend) ausklammert, wie John McD.
Die Ergebnisse von Weston Price' Untersuchungen stützen sich auf Menschengruppen aus aller Welt, mit den verschiedensten Diäten, je nach Lebensraum, die über sehr viele Generationen gesund geblieben sind, ohne medizinische Versorgung, ohne NEM. Auf wieviele Jahre Erfahrung mit seiner Diät kann McD. zurückgreifen?
Man muss dazusagen, dass W. Price Vegetarier war und feststellen musste, dass es keine Naturvölker gibt, die vegetarisch leben. (Von vegan ganz zu schweigen)
Vlg Uli
Hallo liebe Uli,
hier kann ich nur zustimmen: siehe auch https://www.semmelweis.de/images/downloads/SANUM-Post/51/51_schneider_tuberkuline.pdf . Dein Eiweißverzehr ist wahrscheinlich ausreichend (je nach Aminogramm bzw. Gesamteiweiß im Blut) und ein Leistungssportler benötigt natürlich viel größere Mengen von Mikronährstoffen: die moderne Sportlernahrung enthält u.a. große Mengen von hochwertigen Proteinen, Galaktose und pflanzliche Inhaltstoffe (Dr. Mosetter, Konstanz). Viele Grüße und eine schöne Adventszeit!
Roger
Habe mir die heutige News von Robert angesehen, mit Blick auf die genannte Studie und die daraufhin getroffen Ausage. Interessant war dabei, dass in dieser Studie die Cholesterinsenkung erreicht wurde, durch den Einsatz Linolsäurereicher Öle. Von diesen Ölen wissen wir, daß sie massiv das Entzündungsgeschehen anheizen.
Mit anderen Worten, diese Öle sind noch schädlicher, als ein hohes Cholesterin!
Hierzu aus Pubmed:
Das Minnesota Coronary Experiment (1968–1973) war eine randomisierte Ernährungsexperiment in einem Pflegeheim und sechs staatlichen psychiatrischen Einrichtungen in Minnesota (n≈9 423). In der Interventionsgruppe wurden gesättigte Fette weitgehend durch linolsäurereiche Pflanzenöle (z. B. Maisöl) ersetzt. Die Intervention senkte das Serum-Cholesterin deutlich (mittlere Änderung −13,8% vs −1,0% in der Kontrolle). Dennoch gab es keinen Nachweis, dass dies die Häufigkeit koronarer Herzerkrankung oder die Sterblichkeit verringerte; in adjustierten Modellen fanden die Autoren sogar eine Assoziation, wonach pro 30 mg/dL Rückgang des Cholesterins das Sterberisiko um etwa 22% anstieg. Wichtig: diese 22%-Zahl beschreibt eine statistische Assoziation innerhalb der Studie und beweist keine Kausalität, mögliche Erklärungen sind z. B. Reverse-Kausalität oder andere Störfaktoren; außerdem ist die Population (institutionalisiert, teils sehr alt/krank) nicht repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung.
Moin,
letztendlich muss man sich selbst orientieren und sich immer fragen "was einem wirklich gut tut". Die news in der neuen Zeitrechnung (nachdem der Doc sich zurückgezogen hat), sind für mich keine Orientierungshilfe. Das läuft mir zu oft nach dem Motto " suche alle Studien , die meine Richtung (zum Beispiel Low Carb) untermauern ( trifende, völlig übertriebene selektive Wahrnehmung). Studien sind übrigens in der Ernährungslehre schwierig bis unmöglich, weil u.a. die Personen individuell verschieden sind. Was dem einen hilft, schadet dem anderen. Daniela Kielkowski ist eine bekannte Ernährungsexpertin und weist da immer drauf hin. Mein gesunder Menschenverstand hat die ganzen Studien schon immer belächelt. Mittelchen x hilft gegen y. Ja, wenn man alle anderen Abhängigkeiten ausser acht lässt, aber die gibt es nun mal.
Interessant sind auch die traditionellen Ernährungsweisen. John sieht die stärkehaltigen pflanzlichen Nahrungsmittel als traditionell.
Er geht aber davon aus, dass der hohe Fleisch- und Fischkonsum "krank" macht und sieht hier die Ursache für die zivilen Kranheiten. Auch Milchprodukte sieht er kritisch oder Nems hält er für überwiegend überflüssig. Die Argumente sind überzeugend, wobei ich aktuell sehr viel Fleisch esse. Hier muss ich noch mal in mich gehen. Andererseits hat das Geschäft mit Nems schon Pharmazüge angenommen. Ist da noch genug Objektivität ? John sieht vereinfacht ein System, welches funktioniert und durch Nems durcheinander gebracht wird. Hört der Körper evtl. mit der Eigenproduktion auf, etc. Durchaus ein Ansatzpunkt, die eigene Situation kritisch zu überdenken. Dazu ist man nicht in der Lage, wenn man festgelegt ist und zu seiner Richtung nur selektiv wahrnimmt. Grundsätzlich sind die Menschen - wie oben erwähnt- halt Individuen und Studien gibt es in alle Richtungen.
Guten Morgen zusammen,
es wäre eigentlich seltsam, wenn nicht mit jeder traditionellen Diät metabolische Flexibilität erreicht würde. Zum Essen gehören immer auch Essenspausen. Ein wichtiger Unterschied zwischen traditionellen und modernem Essen ist die Verfügbarkeit, heute kann man sich den ganzen Tag immer wieder etwas in den Mund schieben - egal ob im Büro oder zuhause, überall Plätzchenteller, wenn man in der Stadt unterwegs ist überall Bäcker, Imbissbuden, Glühweinstände. Früher war die Adventszeit eine Fastenzeit.
Und das ist doch metabolische Flexibilität: Essen und fasten. Und während des Fastens von den eigenen Fettreserven leben, Egal ob es vier, vierzehn oder vierunzwanzig Stunden dauert.
Habt ihr übrigens heute schon die News gelesen?
"Mit jedem 30 mg/dl Rückgang von Cholesterin im Blut stieg das Sterberisiko um 22 %"
Carlos, Eiweißmast? Ich schaffe oft kaum die empfohlenen 0,8g / kg Körpergewicht und wenn ich sehe, was andere essen - das kann man nicht als Eiweißmast bezeichnen. Und das ist es ja auch, was Strunz misst: Aminogramme mit großen Defiziten.
Einen schönen Dienstag!
Uli
Tja Carlos, was du da beschreibst ist das, was Thorsten und ich jahrelang hier im Forum schrieben...Es fällt unter den Begriff " Metabolische Flexibilität",
Nicht nur Low Carb ist möglich, auch High Carb funktioniert, oder auch die zyklische Variante, mal mehr, mal weniger Carbs.
Als eines der gesündesten Naturvölker, zählen die Tsiname aus Bolivien. Sie ernähren sich überwiegend über Carbs, sehr viel Stärke, aber eben keine schnellen Carbs, wie Zucker, oder Weissmehlprodukte.
Auch dieses Volk kennt keine Infarkte oder Krebs. Untersuchungen zeigten, dass Tsiname im Alter von 80, eine bessere endothele Gesundheit haben, als Amerikaner mit 40.
Aber auch die alten Inuit, die sich fast ketogen ernährten, hatte die selben Gesundheitsdaten!
Es funktuoniert also beides - der Königsweg wäre aber eine Ernährung, die eine optimale metabolische Flexibilität gewährleistet und die erreicht man weder mit einem ausschliesslichen LC, noch mit einem ausschließlichen HighCarb.