Forum: Ernährung - Studie der Universität Bonn: Haferkur senkt Blutzucker und Blutfettwerte
Hej,
"Nein, kann LC nicht! LC kann die Symptomatik des Diabetis verbessern, weil keine Khs mehr gegessen werden."
Tatsächlich senkt Low Carb nicht nur Glukosezufuhr, sobdern führt in der Regel auch zu niedrigeren Insulinspiegel und kann Leberfett sowie viszerales Leberfett reduzieren. Beides zentrale Faktoren der pathologisxhen Insulinresistenz bei Typ 2 Diabetes.
Das bedeutet: Die positiven Effekte entsehen nicht nur, weil kein Zucker gegessen wird, sondern weil die Reduktion der Kohlenhydrate den Stoffwechsel gezielt entlasten und die Insulinwirkung verbesser.
Gibt genug Studien ( kleine Auswahl) dazu:
The effects of low-carbohydrate diet on glucose and lipid metabolism in overweight or obese patients with T2DM: a meta-analysis of randomized controlled trials 2025
doi: 10.1093/ajcn/nqab287. Effects of a low-carbohydrate diet on insulin-resistant dyslipoproteinemia-a randomized controlled feeding trial
Elli, es ist nicht so, das eine dauerhafte Ketoernährung automatisch im Diabetis landet! Ich sagte lediglich, es könnte sein,... könnte! Und dazu muss man sich schon richtig Mühe geben. Ich habe Keto mal ausprobiert. Anfangs sah es erfolgversprechend aus. Nach 6 Monaten bekam ich Probleme, mein Gewicht zu halten und habe die Fettzufuhr erhöht. Nach einem Jahr liefen meine Blutwerte völlig aus dem Ruder und ich beendete diese Ernährung.
Low Carb kann sogar helfen, eine pathologische Insulinresistenz zu verbessern oder zu behanden. Genau darüber schreibt Robert Krug in seinem Buch.
Nein, kann LC nicht! LC kann die Symptomatik des Diabetis verbessern, weil keine Khs mehr gegessen werden. Ein System, das keine Khs mehr verarbeiten kann, profitiert davon, wenn es keine mehr bekommt. Dafür wird der Fettstoffwechsel optimiert. Dieses funktionierendert nur, wenn gleichzeitig ein Kaloriendefizit anliegt.
Die Insulinsensitivität fördert man nicht, indem man Khs weglässt. Gerne darfst du mir den Mechanismus erklären, wie ein Weglassen von Khs, die Insulinsensitivität erhöhen soll! Die höchst Insulinsensitivität weisen diejenigen auf, die sich Kohlenhydratreich und ernähren und dabei nicht dauerhaft im Kalorienüberschuss sind - schau dir mal die Werte von Naturvölkern an, die sich HighCarb ernähren, wie die Tsimane, oder die Kitaver...Auch interessant deren Cholesterinspiegel ;)
Dies ist eine kurzfristige, reversible Anpassung des Stoffwechsel, auch physiologische Insulinresistenz bezeichnet ,
Richtig, solange LC kurzfristig betrieben wird. Wird LC dauerhaft betrieben, besteht auch die physiologische Insulinresistenz dauerhaft. Warum sollte bei fortdauernder LC-Ernährung die Resistenz abgebaut werden? Betreibt man LC dauerhaft, chronisch, dann baut der Körper sogar seine Fähigkeit, Glucose zu verwerten ab und fördert den Fettstoffwechsel - use IT or lose it !
Roger, seit wann ist Molkeprotein minderwertig? Woran machst du die Minderwertigkeit fest?
Hallo Elli, es ist wie immer in der Biochemie. Es gibt keine einfachen Wahrheiten. Insulinresistenz entsteht nicht, weil jemand Kohlehydrate isst. Die Aussage "wie essen kein Zucker, also bleibt folglich der Blutzuckerspiegel niedrig" ist auch unzutreffend. Du bist ja ein gutes Beispiel das die Aussagen so nicht passen. Insofern hilft es auch nicht weiter immer wieder diese Aussagen zu wiederholen. Low Carb hat sicher Vorteile, aber damit lässt sich nicht jedes Problem lösen. Im Umkehrschluss dürfte ich beispielsweise keinen niedrigen HBA1c Wert aufweisen, weil ich mich keineswegs Low Carb ernähre. Die Dinge muss man einfach differenzierter betrachten und Ernährung ist nicht alles. Extremer Sport kann den Körper stressen. Cortisol durch ungesunden Stress wird eine Rolle spielen; evtl. sogar fehlende Kohlenhydrate (Stärke) oder genetische Veranlagungen.
Hej Elli,
Bei Low-Carb oder viel Ausdauertraining stellt der Körper auf Fettverbrennung um und "spart" Zucker. Dadurch kann der Blutzucker bei einem nüchternen Blutzuckertest vorübergehend etwas höher sein, und auch der HbA1c kann (wichtig: nicht automatisch,er kann auch von anderen Faktoren wie Eisenstatus) leicht erhöht wirken- obwohl Insulin niedrig ist und die Zellen normal funktionieren.
Dies ist eine kurzfristige, reversible Anpassung des Stoffwechsel, auch physiologische Insulinresistenz bezeichnet , die nichts mit einer echten pathologischen Insulinresistenz oder Diabetes zu tun hat.
Im Gegenteil: Low Carb kann sogar helfen, eine pathologische Insulinresistenz zu verbessern oder zu behanden. Genau darüber schreibt Robert Krug in seinem Buch.
Hallo Elli,
nein, denn bei einer ketogenen Atkins Ernährung mit viel Gemüse, genügend Eiweiß und Kokosöl sinkt i.d.R. der Blutzuckerspiegel (siehe auch "Sehkraftverlust jetzt stoppen!", Bruce Fife). Wenn Du mehr gesunde (gesättigte) Fette verzehren möchtest, müsste evtl. auch der Verzehr von Eiweiß reduziert werden: Qualität geht vor Quantität (z.B. Eier, Amino8/11 etc.). Minderwertiges Eiweiß (Dr. Reinwald: z.B. Molkeweiß etc.) kann nicht in die Muskelzellen eingebaut werden und wird in der Leber zu Glukose umgewandelt (Gluconeogenese) oder schwer abbaubare Peptide werden im sog. "Pischinger Raum" gelagert. Dabei steigt der Ammoniak Gehalt, was in der Leber entgiftet werden muss. Viele Grüße!
Roger
Hallo,
Hier meldet sich nochmal die sehr schlanke und sportliche Fragestellerin. Ja, der Zusammenhang mit der Muskelmasse könnte Sinn ergeben. Ich bin tatsächlich seit meiner Jugend eine gute Langstreckenläuferin gewesen. Als Kraftsportlerin tauge ich nichts. Da müsste ich wirklich deutlich mehr tun.
Die Sache mit der physiologischen Insulinresistenz ist mir nach wie vor suspekt. Wenn es so wäre, wie hier z.T. geschrieben wird, müssten ja alle, denen aus medizinischen Gründen mit einer ketogenen Ernährung geraten wird, irgendwann Diabetiker sein. Im Buch "Der Keto-Kompass", geschrieben von vier Damen, die sich seit Jahren mit dieser Ernährungbeschäftigen, ist dazu nichts zu finden. Im Gegenteil, Frau Dr. Karner behandelt in ihrer Freiburger Praxis u.a. genau die Menschen, die aufgrund ihres Übergewichts von Diabetes II bedroht sind oder schon haben.
Irgendwie würde das keinen Sinn machen, wenn HBA1c bei jeder kohlenhydratreduzierten Ernährung grundsätzlich ansteigen würde.
Hej SK,
meine Meinung dazu:
Auch fitte Ausdauersportler wie Marathonläufer oder Radfahrer können mal einen leicht höheren HbA1c haben. Sie sind schlank, haben viele Langstrecken-Muskeln, die nicht so viel Zucker aufnehmen wie die schnellen Muskeln, und bei langen Trainings oder Wettkämpfen gibt´s manchmal kleine Zucker-Spitzen. Alles zusammen kann den HbA1c ein bisschen nach oben treiben, ohne dass man krank ist.
Gibt´s bestimmt Studien dazu, die das bestätigen....
... weil sportliche Menschen mehr Muskeln haben müssten als unsportliche.
D.h. schlechtere Glukosaufnahme aufgrund weniger Muskeln halte ich für unwahrscheinlich.
Die Ausgangssituation war eine Fragestellerin, die sich selbst als schlank und sportlich bezeichnet
und sich über einen hohen hbac1- Index wundert.
Als Ursache würde ich hier mangelnde Muskulatur ausschließen.
So meinte ich das.
Hej SK,
interessanter Kommentar:
"Aber bei sportlichen Menschen halte ich ihn für nicht zutreffend."
warum nicht?