Forum: Ernährung - Studie der Universität Bonn: Haferkur senkt Blutzucker und Blutfettwerte
Ach so, noch vergessen: Das ganze erklärt aber vermutlich immer noch nicht, warum insgesamt HBA1c dann immer relativ hoch ist. Denn insgesamt finde ich das, was ich da gemessen habe, nicht so schlimm.
Hallo,
die Diskussion läuft so schnell und verliert sich in so vielen Aspekten, dass man, wenn man nur einmal am Tag hier rein schaut, gar nicht auf alles antworten kann.
Ich möchte gern noch eins mitteilen: ich habe jetzt mit einem Blutzuckermessgerät (aber mit Stechen und Messstreifen) etwas herumgemessen. Mein Blutzucker ist eigentlich nur "hoch" kurz nach dem Aufstehen (da hab ich ja weder etwas gegessen noch getrunken), so etwa 100-105. Und hoch, wenn ich vom Sport komme. Dann geht's auch kurzfristig auf 130. Dazwischen ist er meist unter 90, manchmal unter 80. Nach dem Essen nie über 140 und schnell wieder runter. Und ich glaube, dass ganze macht auch Sinn. Es bestätigt eigentlich das, was die Mikrobiologin beschrieben hat. Wenn ich früh noch nichts gegessen habe, macht der Körper sich sozusagen sein eigenes Frühstück, damit genug Energie da ist. Beim Sport sowieso. Da kommt natürlich dann die Frage nach der Zuckerquelle, ob da tatsächlich Muskeleiweiß verwendet wird.
Und @Thomas, auch ich hab eine echte Keto-Phase hinter mir. Ich hab das, auch ärztlich begleitet, 6 Monate durchgezogen. Bei mir passierte aber das Gegenteil. Ich hab zugenommen, was zwar vom Arzt erwünscht war, mir aber nicht gefallen hat. Mein Körpergefühl hat nicht mehr gestimmt. Daher hab ich die KH wieder erhöht, das Fett etwas weggenommen. Aber @Roger: ich esse immer noch genügend gesundes, gesättigtes Fett. Aber Eiweiß hab ich nie übertrieben. Und Whey nehme ich gar nicht.
Ich denke, was sich hier zeigt, ist wieder nur ein Beweis dafür, dass es eben nicht nur ein für alle gültiges Rezept gibt, sondern der Stoffwechsel verdammt individuell ist.
Nur weil man biochemisch erklæren kann, was im Stoffwechsel passiert, heisst das noch nicht, dass daraus automatisch eine Krankheit entsteht. Um zu behaupten, dass man sich durch jahrelange "physiologische Insulinresistenz einen Typ-2-Diabetes "zuechten kann", bræuchte es belastbare Langzeitstudien am Menschen - ohne solche Daten bleibt das eine Therorie bwz. persønliche Interpretation und keine gesicherte Tatsache.
Nein Ole...C.Michalk gibt naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten auf biochemischen Ebene wieder! Das sind Fakten und keine Meinung oder Theorien.
Hej Patricia D.
Meine Meinung dazu:
Die Frage "Wer hat die Studie bezahl?" ist völligt normal.
Auch wenn etwas billig ist wie Hafer, können trotzdem Interessen dahinterstehen - zum Beipiel von Herstellern (Demeter). Studien zeigen, dass Ergebnisse öfter positiv ausfallen, wenn der Geldgeber davon profitiert. Das heißt nicht, dass betrogen wird - aber manchmal beeinflusst schon die Art, wie eine Studie aufgebaut ist, das Ergebnis.
Darum ist das immer sinnvoll, immer nach der finanzierung zu fragen. Nicht weil man etwas schlechtreden will, sondern um besser einschätzen zu können, wie unabhängig die Ergebnisse sind.
Transparenz schafft Vertrauen
Hallo Lena,
Du fragtest am 12.02.
„Von wem wurde die Studie bezahlt?“
Sehr oft eine sehr berechtigte Frage. Eine Antwort hast Du bekommen.
In diesem Fall würde ich nicht nachfragen, denn erstens ist die Durchführung dieser Studie nicht sehr aufwendig und teuer, und zweitens ist auch die Durchführung der Haferkur nicht teuer. 1kg Demeter-Hafer kostet momentan ca. 3,80€. Die Tagesration von 225g kostet dann ca. 85Cent.
Moin Sk, du schreibst:
"Es ist ähnlich wie mit den LMHR (lean mass hyper responder, also Leuten, denen unter Keto das LDL in astronomische Höhen von 500 schießen kann)."
So schlimm war es bei mir nicht, aber nach einem Jahr Keto veränderten sich die Blutfette markant: LDL stieg von 90 auf 124, HDL dank von 65 auf 33 und die Trigs stiegen von 45 auf 110. Wie schon mal gesagt, ich hatte für ein halbes Jahr die Fettzufuhr durch Olivenöl und MCT Fette erhöht, um mein Gewicht wieder anzuheben. Hat auch funktioniert, aber die Blutwerte verschlechterte sich. Nach Einführung von 200g Khs normalisiert sich alles wieder.
Hallo Patricia ohne D.
„Warum ist Whey minderwertig? [… ] Warum sollte Whey nicht in Muskeln eingebaut werden? “
Molkeneiweiß ist natürlich nicht minderwertig, es hat im Gegenteil sogar eine etwas höhere Bioverfügbarkeit als Eiprotein, das einst als Referenzwert mit 100 festgelegt wurde.
Jedes Protein wird im Magen und Darm mit Hilfe von Enzymen in seine Aminosäuren zerlegt. Jeder einzelnen Aminosäure sieht man dann nicht mehr an, ob es von Molkeneiweiß, von Sojaeiweiß, Fleisch oder von … kommt.
Minderwertig wäre ein Protein, wenn es von einer oder mehreren Aminosäuren zu wenig hätte, um daraus wieder Muskelprotein zu synthetisieren. Aber da kann man immer noch z.B. Erbsenprotein mit Reisprotein kombinieren, um hochwertiges Protein zu erhalten, das alle Aminosäuren im richtigen Verhältnis enthält, um Eiweiß in die Muskeln einzubauen.
Ja genau, SK
für metabolisch kranke Menschen und Kinder mit Epilepsie ist die ketogene Ernährung klar indiziert, während bei gesunden Erwachsenen weder belegte Langzeitschäden noch nachgewiesene Langzeitvorteile existieren ; die vorhandenen Langzeitdaten stammen nur aus Beobachtungsstudien, randomisierte Langzeitstudien fehlen.
In Deutschland haben etwa 20% der Erwachsenen ein metabolisches Syndrom. Rechnet man Typ-2- Diabetiker hinzu, die oft ebenfalls Risikofaktoren des Syndroms erfüllen, liegt der Anteil der Erwachsenen mit metabolischen Erkrankung oder hohen Risiko bei 20-25%
Hallo,
nun habe ich mich etwas in das Thema eingelesen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es keine langfristigen Studien länger als 2 Jahre
über Keto beim Menschen.
Es gibt kurzfristige Studien, die Vorteile belegen, vor allem bei metabolisch kranken Menschen.
Bei gesunden, sportlichen, schlanken Menschen gibt es keine (kurzfristigen) Vorteile.
Es gibt langfristige Studien bei epileptischen Kindern, dort kann man mit Keto die
Anfallsrate verschwinden lassen. Diese Kinder stehen unter reglmäßiger ärztlicher
Kontrolle und die Anfallsfreiheit steht dort im Mittelpunkt.
Es wurden über Nachteile berichtet wie geringeres Körperwachstum, Nierenprobleme etc.,
die sich wohl nicht von den üblichen Nebenwirkungen anderer Epilepsie-Medikamente
unterscheiden.
Und bei Mäusen hat man langfristige Studien durchgeführt mit negativem Ausgang.
ABER. Menschen sind keine Mäuse, die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Menschen
hat ein dickes Fragezeichen.
Mein Fazit:
Es ist ähnlich wie mit den LMHR (lean mass hyper responder, also Leuten, denen
unter Keto das LDL in astronomische Höhen von 500 schießen kann).
Es gibt keine Langfriststudien, man kann das Phänomen beschreiben, aber
letztendlich muss jeder gesunde, sportliche, schlanke Mensch selbst
entscheoden, ob er das Risiko tragen will. Denn Vortiele haben diese Menschen nicht.
Nachteile aber möglicherweise, Stand heute weiß es niemand.
Viele Grüße
SK